Liebe Gemeinde,

als Predigttext gibt es heute drei kurze Verse aus dem Hebräerbrief. Mehr nicht. Dort sind sie im 13. Kapitel zu finden. Die Worte machen uns deutlich, dass es nur noch zwei Wochen bis zum Karfreitag sind, die Passionszeit nähert sich ihrem Ziel. TEXT (Hebr 13, 12-14): Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, vor dem Tor gelitten. So lasst uns zu ihm hinausgehen vor das Lager und dort seine Schmach auf uns nehmen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Das ist ein seltsamer, schwer zugänglicher Abschnitt der Bibel. Zunächst ruft er wahrscheinlich ein großes Fragezeichen hervor: Was soll das? Wieso draußen vor dem Tor? Warum hinausgehen vor das Lager? Und was hat das mit der bleibenden Heimat zu tun? Und selbst wenn man das ganze Kapitel lesen würde, was ich Ihnen heute erspare, würden diese Fragen bleiben. Der Hebräerbrief, verfasst von einem uns namentlich nicht bekannten Autor, gehört mit der Offenbarung des Johannes wohl zu den am schwersten verständlichen Büchern des Neuen Testaments, wenn nicht der ganzen Bibel.

Dahinter stehen Vorstellungen und Bilder, die uns fremd sind. Das geht los mit dem Opfer: Jesu Kreuzestod ist ein Opfer außerhalb des Tempels, dieses Opfer findet nicht auf dem Altar statt. Und damit verlässt Jesus und mit ihm die Christinnen und Christen die jüdische Tradition und Glaubenswelt. Während für Paulus das Judentum die Wurzel des christlichen Glaubens ist, zieht der Hebräerbrief eine deutliche Trennung zwischen Juden und Christen. Darum also das Opfer außerhalb des Tempels, vor den Toren der Stadt. Dort, wo nach jüdischer Sicht der unreine Bezirk beginnt, findet das große Opfer Jesu statt. Dort fließt sein Blut, also der Saft des Lebens. Ein Opfer am unreinen Ort, ein Opfer zur Heiligung der Welt, aber eben ein Opfer das nicht in den Rahmen passt. Denn die Welt der Christen ist vor allem außerhalb der Stadttore zu finden, so sieht es der Schreiber dieser Zeilen. Und wir Christinnen und Christen sollen diesem Beispiel folgen, wir sollen ebenfalls die Sicherheit der Stadt verlasen. Wir sollen ihrer scheinbaren Heiligkeit den Rücken kehren. Wir haben hier keinen dauerhaft heiligen Ort, keinen Platz, wo uns das Heil gewiss wäre. Diese Sicherheit gibt es nur im Reich Gottes, nicht aber hier auf der Erde, wo wir leben. Auf heilige Orte, so sagt der Autor, müssen wir Christenmenschen verzichten. Und so sieht der Hebräerbrief uns in der Nachfolge des wandernden Gottesvolks, das seine Heimat noch nicht gefunden hat. Wir sind unterwegs zum Reich Gottes, wir sollen uns nicht behaglich einrichten. Denn – so könnte man zusammenfassen – unser Leben hier ist vorläufig, es ist weder endgültig noch heilig. Das alles kommt erst noch im Reich Gottes, zu dem uns Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz die Tür geöffnet hat.

Soweit eine kurze Erklärung dieser Verse in ihrem Zusammenhang. Ich befürchte nur, das wird Ihnen nicht reichen. Was sollen wir damit anfangen? Wo betrifft uns das in unserem Leben, im Hier und Jetzt? Und wie können uns diese Verse in den Zeiten von Corona helfen?

Zwei Sätze sind es, die mich hier besonders ansprechen: „Lasst uns hinausgehen vor das Lager“, so lautet der erste. „Hinausgehen? Schön wär´s!“ denken jetzt sicher einige von Ihnen. Im Moment fühlt man sich doch weitgehend eingesperrt. Hinausgehen sollen wir nach Möglichkeit doch nur, wenn es dringend notwendig ist. Und sowieso nicht, um andere Menschen zu treffen. Das gemütliche Schwätzchen im Park mit zwei oder drei anderen ist genauso untersagt wie der Besuch der Familie hier im Haus. Und auch für die Menschen, die nicht im Heim wohnen, ist es derzeit schwer. Wie will man denn Kontakte pflegen, wenn man sich nicht nahe kommen soll? Wohin kann man gehen, wenn bei jeder Begegnung mit einem anderen die Angst vor der Ansteckung mit dabei ist? Hinausgehen, Kontakt zu anderen ist im Moment für viele von uns Teil der Vergangenheit und hoffentlich auch einer baldigen Zukunft, aber es gehört nicht zu unserer Gegenwart. Es ist eine seltsame, beängstigende Situation, für uns alle ist das etwas absolut Neues. „Haltet euch von einander fern“ ist eine Mahnung, die wir so nicht kennen. Wir sind es doch gewohnt in Zeiten von Not und Gefahr zusammenzurücken. Aber jetzt eben nicht. Und wir wissen auch nicht, wie lange dieser seltsame Zustand noch andauern wird. Vielleicht noch drei Wochen, vielleicht auch fünf oder acht. Und wird alles danach sein wie vorher? Ich vermute nicht. Manches wird sich ändern; in der Politik, der Wirtschaft aber auch bei uns Menschen. Was sicher kommen wird ist die Erkenntnis, dass Gesundheit, dass das Leben ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit ist. Wir wissen das, doch wir leben oft nicht danach. Das bedeutet auf der anderen Seite der Medaille aber auch, dass Krankheit und Tod wieder mehr ins Bewusstsein rücken. Das sind dann keine Themen mehr, die verschwiegen werden, über die man nicht spricht, denn sie gehören zum Leben dazu. Um es plakativ zu sagen: unsere Bequemlichkeit, unsere scheinbare Sicherheit bekommt Risse. Ja, auch unser Leben hier im reichen und scheinbar so gut abgesicherten Deutschland hat Unsicherheiten, es ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen. Das Virus kann alle treffen: Reiche und Arme, Fremde und Einheimische, Sportskanonen und Stubenhocker. Wir sind uns gleicher als viele es wahrhaben wollen, vor allem in der Begrenztheit unseres Lebens.

Und damit sind wir bei dem zweiten Satz aus diesem kurzen Predigtabschnitt, der mich anspricht: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Unser Leben ist vorläufig. Was wir hier erleben ist nicht die Ewigkeit. Was wir hier schaffen, ist nicht von Dauer. Wir suchen nach Beständigkeit, nach Verlässlichkeit, doch die finden wir nicht. Wir finden und erschaffen nur Vorläufiges. Das hält bestenfalls unser Leben lang, aber nicht viel länger. Und ob alles, was wir uns in jungen Jahren erträumen und aufbauen möchten, wirklich zu unseren späteren Lebensjahren passt? Vielleicht wird ja alles ganz anders, macht uns das Leben einen Strich durch unsere Pläne. Denn auch für das Leben gilt: Ein Wunschzettel ist keine Bestellliste.

Da sind wir schon wieder bei diesen Bibelversen angelangt! Verlasst das Lager, geht hinaus aus der scheinbaren Sicherheit, geht hin zu Jesus Christus. Um hinaus zu gehen braucht man Mut. Und das nicht nur in diesen Zeiten, wo jeder unnötige Schritt vor die Haustür vermieden werden sollte. Man braucht ihn auch sonst, denn man verlässt damit die Sicherheit der gewohnten Umgebung, der festgelegten Abläufe, der Rituale und Regeln. Der Weg hinaus ist immer ein Weg ins Ungewisse. So ganz genau weiß man nicht, was kommt und was einen erwartet. Doch dieser Weg ist nicht nur etwas für furchtlose Abenteurer. Es ist der Weg, der uns Christenmenschen gegeben ist. Hinaus aus dem Trott, aus der scheinbaren Sicherheit, hin zu Christus und hin zu den Menschen seines Geistes.

Wir haben hier keine bleibende Heimat, sagt der Hebräerbrief und das hören wir nicht so gerne. Denn wir brauchen unsere Heimat, wir wollen ein Zuhause haben. Etwas worauf wir uns verlassen können, ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen, wo alles gut ist. Das ist gut verständlich und diesen Ort haben wir auch. Doch es ist nicht der, den wir dafür halten. Keine stabilen Mauern, keine Absicherungen, keine gut gefüllten Konten oder ähnliches. Unsere Heimat ist bei Gott. Das Gottesvolk – also die versammelte Christenheit – ist unsere Nachbarschaft.

Das ist sicher eine für die meisten ungewohnte Sichtweise. Doch gerade wir Christinnen und Christen sollten sie kennen. Was wäre denn gewesen, wenn Petrus, Johannes und all die anderen Jünger dem Ruf des Mannes aus Nazareth nicht gefolgt wären? „Och nö, wir bleiben lieber zu Hause, da ist es so schön!“ Und was, wenn Paulus und die vielen anderen, meist unbekannten Missionare der frühen Christenheit, sich nicht aufgemacht hätten, um die Botschaft des auferstandenen Christus zu verkünden? „Was soll ich denn in der Fremde? Da kenn ich mich doch gar nicht aus!“ Es klingt vielleicht ungewohnt, doch christliches Leben und sesshaft werden passt nicht so ganz zusammen. So schön es auch ist, wenn man ein gemütliches Zuhause hat: Die Gefahr dabei ist, dass man bequem und engstirnig wird. Dann fehlt der Blick für das Ganze, dann fehlt der Mut zu Neuem. Dann wagt man keine neuen Schritte, hin zu den Menschen und in der Nachfolge Jesu. Vielleicht auch deshalb der Hinweis des Hebräerbriefs: Wir haben hier keinen Platz für immer, sondern unsere Zukunft ist an einem anderen Ort. Man könnte auch sagen: Bleibt beweglich, zumindest im Geiste, seid bereit, Neues auszuprobieren, habt Mut zum Risiko. Das ist auch gar nicht so schlimm, denn Gott bleibt an eurer Seite, wenn ihr euch aufmacht. Das klingt verheißungsvoll, auch wenn manch einer nur ungern die gewohnten Pfade verlässt.

Aber wie soll das in diesen Tagen und Wochen gehen, wenn wir doch gehalten sind, möglichst nicht hinauszugehen? Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als unsere Gedanken auf die Reise zu schicken. Wir dürfen lesen, ob auf Papier oder im Internet. Wir können über Radio und Fernsehen neue Eindrücke und Sichtweisen bekommen – es muss ja nicht nur das Unterhaltungsprogramm sein. Wir können telefonieren oder uns über den Gartenzaun oder den Vorgarten hinweg unterhalten. Wir können auch schreiben – Briefe, e-Mails oder anderes wie Tagebücher. Und schließlich ist da auch noch das Gebet, also das Gespräch mit Gott. Das ist immer möglich, dafür braucht man weder technische Hilfsmittel noch eine offene Tür nach draußen.

Völlig isoliert sind wir also nicht. Uns fehlt nur die Gemeinschaft von Angesicht zu Angesicht. Da müssen wir durch, so schwierig das manchmal auch ist. Aber ganz allein sind wir bestimmt nicht, selbst wenn uns ein Händedruck oder eine liebevolle Umarmung fehlt. In Gedanken oder – der Technik sei Dank! - aus der Ferne sind wir mit unseren Lieben verbunden und mit Gott können wir sowieso jederzeit sprechen.

Und sonst? Sonst freuen wir uns auf die Zukunft in doppelter Weise: Zum einen auf die Zukunft in unserer wahren Heimat, nämlich dem Reich Gottes. Dann sind wir nicht mehr heimatlos, sondern dort haben wir unser eigentliches Zuhause. Dort endlich haben wir etwas Bleibendes. Und zum anderen können wir dem Tag entgegensehen, an dem die ganzen Beschränkungen wegfallen, weil das Virus in seine Schranken gewiesen wurde. Noch wissen wir nicht, wie lange das dauern wird und wie viele bis dahin erkranken. Aber es wird kommen und dann können wir wieder hinausströmen und miteinander feiern. Bis dahin aber können wir Kontakt halten so gut es geht und vielleicht auch das erledigen, zu dem wir sonst nicht kommen. Und so schlecht ist es auch nicht, wenn inmitten der üblichen Hektik alles einmal zur Ruhe kommt. Auch so hat der weitgehende Stillstand seine guten Seiten. Amen

Liebe Gemeinde,

„Freuet euch,“ das ist die Übersetzung für den Namen des Sonntags Lätare. Und so beginnt auch unser heutiger Predigttext aus dem Buch des Propheten Jesaja, dort zu finden im 66. Kapitel:

Freuet euch über Jerusalem und jubelt über sie, alle, die sie lieben. Jauchzt in Freude mit ihr; ihr alle, die über sie trauern. Denn nun könnt ihr saugen und satt trinken an den Brüsten ihres Trostes, dass ihr reichlich saugt und euch erfreut an der Fülle ihrer Herrlichkeit. Denn so spricht Gott: Siehe, ich wende ihr zu Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Ja, in Jerusalem werdet ihr getröstet werden. Ihr werdet es sehen und euer Herz soll sich freuen, eure Gebeine sollen sprossen wie das grüne Gras. Und man wir erkennen die Hand Gottes an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden. (Jes 66, 10-14)

Freude und mehr noch Trost ist das Thema dieses Sonntags in der Mitte der Passionszeit. Und was ist für Kinder tröstlicher als die Nähe zur Mutter? Wohl deshalb wählt der Prophet dieses Bild für sein Trostlied. Die schweren Zeiten sind vorbei, man findet Trost in der Stadt, die wieder zu neuem, guten Leben zurückkehrt. Einem Leben voll Frieden, Geschäften und Geschäftigkeit. So weit sind wir, liebe Gemeinde, noch nicht. Bei uns haben die schweren Zeiten der Coronakrise anscheinend erst angefangen. Und so brauchen wir noch viel Geduld und gerade deshalb besonders viel Trost. Das, was unser Leben lebenswert macht, ist gerade mächtig eingeschränkt: Keine netten Stunden in fröhlicher Runde, keine Besuche bei den Lieben, kein Einkaufsbummel, keine Pause im Café, kein Schwätzchen im Park oder was unser Leben sonst noch bereichert, weil wir unter Leute kommen. Nicht zusammenrücken sollen wir, wie wir es sonst in schweren Zeiten gewohnt sind. Nein, auseinanderrücken ist das Gebot der Stunde. Damit das Virus sich nicht ungehindert verbreiten kann, damit nicht alle angesteckt werden. Es sind schon seltsame Zeiten, in denen wir leben.

Doch auch diese Zeiten keine Zeiten der Hoffnungslosigkeit. Denn wir wissen, es geht vorüber. Wir wissen nicht, wie lange es dauert, wir wissen nicht, wie viele Menschen daran erkranken, wie viele daran womöglich versterben. Dazu kann im Moment kein Wissenschaftler und kein Politiker eine realistische Antwort geben. Wir wissen nur, dass wir mit einem möglichst umfassendem Stopp unserer Kontakte zu anderen Menschen das Virus eindämmen können. Und damit bewahren wir hoffentlich viele vor schwerem Leid und Tod. Dass wir dafür vieles von dem was wir gerne tun für einige Zeit aufgeben müssen, ist eine ärgerliche aber wohl notwendige Begleiterscheinung. Denn es will ja auch niemand von uns Schuld sein an Krankheit und Tod anderer, nur weil man leichtfertig weitergelebt hat als wäre nichts. Und so suchen wir in diesen Zeiten nach Zeichen der Hoffnung, suchen nach dem, was uns Kraft und Trost geben kann. Vielleicht gehört ja dieses Trostlied des Propheten dazu. Ihr dürft euch satt trinken an den Brüsten des Trostes, auf den Armen wird man euch tragen und auf den Knien liebkosen. Der Frieden ist ausgebreitet wie ein Strom, die Menge der Völker wie ein voller Bach, euer Herz wird sich freuen. Mag sein, dass manche dieser Bilder uns zunächst einmal fremd sind. Die Bildersprache des Orients vor zweieinhalbtausend Jahren ist nicht die gleiche wie unsere heute. Doch es ist zu spüren, was uns diese Bilder sagen wollen. Wir können uns vorstellen, wir tröstlich die Brust der Mutter für das traurige Kind ist. Wir sehen vor unserem inneren Auge den Frieden wie einen großen Strom dahinfließen und sehen die Menge der Völkerscharen fröhlich herankommen wie einen bis an den Rand gefüllten, murmelnden Bach. Das alles sind alte, aber schöne und größtenteils verständliche Bilder. Und wenn die Bibel in Bildern spricht, dann hat das immer mit Gott zu tun. Wie auch können wir anders von Gott sprechen als in Bildern? In diesem Fall tröstet Gott seine Menschen wie eine Mutter ihre Kinder. Das ist eines der schönsten Gottesbilder wie ich finde. Denn Gott ist nicht nur der allmächtige, der Furcht und Schrecken verbreitet. Das haben wir zwar so verinnerlicht, doch kommt diese Seite Gottes in der Bibel eher selten vor. Der liebevolle, der tröstende Gott ist viel mehr der Gott der Bibel. Und das passt auch zu Gott als dem Vater Jesu Christi. Auch Jesus hat Liebe gepredigt und gelebt und nicht etwa Angst und Schrecken. Gott als tröstende Mutter, an deren Brust wir hängen. Dieses Bild mag manchen irritieren, der oder die eine andere Gottesvorstellung hat. Das ist auch verständlich. Doch Gott ist weder männlich noch weiblich. Und wie könnten wir Gott anders beschreiben als in Bildern, anders von ihm sprechen als in unserer Sprache, ihn anders denken als mit dem, was wir uns mit unserer Phantasie vorstellen können? In diesem Bild geht es nicht darum, ob Gott Mann, Frau oder irgendetwas anderes ist. Hier geht es um das Bild des Trösters oder der Trösterin Trost ist unser heutiges Thema, nicht Mann oder Frau. Und Trost haben wir bitter nötig, gerade in schweren Zeiten, so wie jetzt. Das Virus macht manche einsam, es ängstigt uns und wir spüren unsere Ohnmacht. Dennoch wir können einiges tun: Wir können Kontakt per Telefon halten. Dank der Technik können wir miteinander sprechen ohne einander von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. Und es gibt noch mehr, was wir tun können. Da sind erfreulich viele, die uneigennützig anderen helfen. Dann wird für jemanden aus dem Ort eingekauft, da werden Lebensmittel oder Hilfen organisiert – toll, was alles geht! Nur gegen die Krankheit können wir nur wenig tun, außer auf Distanz zu einander zu gehen und die Hygieneregeln zu beachten. Das Virus ist unsichtbar und leise. Ein Feind, den man nicht sieht, der aber gefährlich ist. Und dann lesen wir fassungslos wie die Zahlen der Erkrankten und Gestorbenen täglich steigen und hoffen, dass es uns und unsere Lieben nicht erwischt.

Ja, es ist so: Mehr als Beten, Hoffen und Vorsichtig sein können wir nicht tun. Aber das ist ja schon einmal etwas. Wir haben noch keine Mittel gegen das Virus, aber wir sind auch nicht völlig ohne Aufgaben. Die einen helfen, die anderen beten, alle miteinander hoffen und die meisten sind vorsichtig, halten sich an die Ratschläge zu Hygiene und Abstand. Die Zahl der unbelehrbaren Egoisten, die jede Einschränkung ablehnen, wird hoffentlich schnell zurückgehen wenn sie merken: Das ist kein Spaß.

Doch zurück zum Trost, der ja eine Folge unseres Hoffens, unserer Gebete sein kann und soll! Da kommt Jesaja mit seinem Bild der tröstlichen Nähe gerade recht. Trotz aller Gefahren, trotz allem Schrecken, trotz der Bedrohung finden wir unseren Trost bei Gott. Gott ist uns so nahe, wie es eine Mutter für ihre Kinder ist. Gott tröstet und Gott verspricht, dass es weitergeht. Irgendwann, vielleicht in einigen Wochen, vielleicht in einigen Monaten, womöglich auch erst nächstes Jahr, ist der Coronaspuk vorüber. Dann können wir wieder leben, wie wir es gewohnt sind. Und damit sind wir beim zweiten Schlagwort dieses Sonntags, nämlich der Freude. Was werden wir dann feiern! Freudenfeste allenthalben, fröhliche Gottesdienste in hoffentlich vollen Kirchen, nachgeholte Feiern – ob Hochzeiten, Jubiläen, Konfirmationen oder Schulabschlüsse. Und so wie Jerusalem in Trümmern lag und dann wieder zu neuer Herrlichkeit gelangte, so wird es dann auch mit unserem Leben in der Gemeinschaft sein. Freuet euch mit Jerusalem, so begann unser Predigttext. Freuet euch mit Drabenderhöhe, freuet euch mit dem ganzen Bergischen Land, freuet euch mit der ganzen Welt – das können wir dann erleichtert ausrufen. Und vielleicht erinnern wir uns auch an den Schluss dieses Predigtabschnitts, wo uns weitere Hoffnungsworte begegnen: Ihr werdet es sehen und euer Herz wird sich freuen und eure Knochen werden erstarken wie das frische Gras.

Trinitatis (17. Juni 2018) anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand.

Gnade sei mit euch und Frieden von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde!

Zur Vorbereitung der heutigen Predigt habe ich mir noch einmal dieses kleine Büchlein vorgenommen: Mein Terminkalender des Jahre 1986! Beim Durchblättern lese ich dort zufällig: 3. Sonntag nach Trinitatis, 15. Juni 1986 – 10.00 Uhr Probepredigt in Drabenderhöhe. Und heute nun, auch am 3. Sonntag nach Trinitatis, genau 32 Jahre später, der Gottesdienst zu meiner Verabschiedung in den Ruhestand. Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern: Es war der 1. Geburtstag meines Sohnes Lionel. Wir waren morgens früh zu dritt – meine Frau und Lionel waren auch dabei – in Duisburg losgefahren, um pünktlich um 10 Uhr hier in der Kirche zu sein. Nach dem Gottesdienst dann ein Spaziergang durch die Umgebung. Plötzlich waren wir in Büddelhagen und dachten: Wo sind wir hier gelandet? Die Straße zu Ende? Am Ende der Welt? Anschließend haben wir in Verr im „Haus Waldeck“ den Tag gefeiert: Lionels ersten Geburtstag und meine Probepredigt hier in der Gemeinde.

So ging es los, damals vor 32 Jahren. Dann die Wahl zum Pfarrer dieser Gemeinde und am 7. September 1986 der Gottesdienst zur Einführung in den Pfarrdienst. Gepredigt habe ich in diesem Einführungsgottesdient über ein Wort aus dem 1. Petrusbrief. Es war der vorgeschlagene Predigttext für diesen 15. Sonntag nach Trinitatis.

Im 5. Kapitel heißt es da: „Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 1. Petrus 5, 5-7

Liebe Gemeinde!

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

Über dieses Wort hatte ich gepredigt – ein Wort, das mich begleitet hat all die Jahre, das mir Kraft und Hilfe war und Trost. Ich habe mir noch einmal meine Predigt von damals herausgesucht. Ich hatte mich gefragt, was da wohl auf mich zukommen würde in der neuen Gemeinde, wie der Übergang wohl wäre von der Stadt aufs Dorf … „Werde ich zurechtkommen, werde ich es schaffen – diese Umstellung von einer Gemeinde in eine ganz andere? Ungewissheit, Zweifel, Sorge – vielleicht etwas Angst ….“ Aber dann dieses Bibelwort:

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

Dieses Wort hat mich seit diesem Einführungsgottesdienst begleitet, es ist mir wichtig geworden. Es ist mir zum Leitwort geworden für meinen Dienst und für mein Leben. Früher habe ich gedacht, dieser Vers ist eine Zumutung. Doch ich habe gemerkt, dass er eine Befreiung sein kann. Lass los, wirf ab, was dich beschwert, werde frei. Halte nicht krampfhaft alles fest. Wirf endlich weg, was dich niederdrückt und gefangen nimmt. Werft alle Sorgen auf Gott, denn Gott sorgt für euch. Ein Satz, der Mut gibt, ein Satz, mit dem man Leben kann. Werft eure Sorge weg, werft sie auf Gott, schaut über den Tellerrand eurer kleinen Probleme, habt Vertrauen. Werft eure Sorgen weg, werft sie auf Gott! Dort sind sie gut aufgehoben. Dieser Satz macht Mut. Er gibt uns Zuversicht und Kraft, die Probleme gelassen, ja heiter anzugehen. – Dieser Satz ist keine Aufforderung zur Gleichgültigkeit allen Alltagsfragen gegenüber – ganz im Gegenteil. Er ruft nicht dazu auf, sorglos einfach in den Tag hineinzuleben, aber er befreit mich von jenem heimlichen Leistungsdruck, unter den ich mich stelle. Vorsorge und eigenes Bemühen, soweit es den vorhandenen Möglichkeiten und Kräften entspricht – ja! Quälende Sorge und stets überfordernder Leistungsdruck – nein! Unsere Lebenserfüllung hängt nicht davon ab, was wir gestern nicht geschafft haben und heute nicht schaffen. Wir können getrost und in Ruhe tun, was in unseren Kräften steht. Was wir nicht schaffen, können wir ebenso getrost anderen überlassen. Oder mit den Worten Martin Luthers: „Pfarrer, predige du das Wort und lass Gott die Leute fromm machen.“

Das heißt nicht: „Lass fünf gerade sein!“ Es heißt aber: „Etliches von der Aussaat trug dreißigfältig, etliches sechzigfältig, etliches hundertfältig.“ Nur Geduld.

Und das, liebe Gemeinde, führt uns nun zu einem zweiten Gedanken unseres Bibelwortes. „Alle miteinander haltet fest an der Demut …. Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes.“ So beginnt unser heutiges Bibelwort. Demut – ein altes Wort, das aus unserem alltäglichen Sprachgebrauch verschwunden ist. Gemeint ist doch dies: Erkennt eure Grenzen! Ihr seid nicht der Mittelpunkt der Welt. Seid nicht überheblich, sondern seid bereit, einander zu dienen. Alle miteinander.

„Alle miteinander – haltet fest an der Demut.“

Das heißt doch, so hatte ich damals gesagt – und so habe ich es erlebt in dieser Zeit: Ich stehe nicht allein in meinem Amt. Ohne die Gemeinde, ohne die Mitarbeiter, ohne all die Gemeindeglieder kann ich nichts tun …. Wir gehören alle zusammen – alle miteinander! Alle miteinander – nicht einer allein! Alle miteinander – ich denke gerne zurück an die Aktion „Alle unter einem Dach“, als wir, Gemeinde, Chöre, Vereine, das ganze Dorf, uns für ein Projekt, die Erneuerung des Kirchendachs, eingesetzt haben.

„Demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes.“

Das heißt: Ihr könnt euch nur Gottes Hand überlassen. Und ihr müsst nicht im voraus wissen, wozu ihr in der Lage sein werdet. Nur werft eure Sorge auf Gott! Dietrich Bonhoeffer hat das in seinem berühmten Glaubensbekenntnis so ausgedrückt: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.“ Und darum:

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“

Liebe Gemeinde, in meiner Einführungspredigt erzählte ich am Ende: „Als ich meine Bücher für den Umzug in Kartons verpackte, da vermerkte ich jeweils den Inhalt der Kiste auf dem Deckel, um den Überblick nicht ganz zu verlieren. Und als nun der Möbelpacker die Bücherkisten mit meiner Fachliteratur im Möbelwagen verstaute und dabei las: „Theologie 1-4“, da stutzte er: „Theologie – wat is dat denn?“ und wusste nicht, ob die Kisten in die Küche oder ins Wohnzimmer gehören.“

Liebe Gemeinde, vor der gleichen Situation stehe ich jetzt wieder: Wohin mit den Bücherkisten „Theologie“? Fest steht: Sie kommen nicht in die Küche und auch nicht auf den Speicher. Denn ich werde dranbleiben am Thema. Denn mit dem Glauben, mit der Frage nach Gott ist man nie fertig. Amen.

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

R. Kapff

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Predigt zu Pfingstsonntag

Punkt. Nicht mehr und nicht weniger. So formuliert das apostolische Glaubensbekenntnis aus dem 5. Jahrhundert und wir tun es ihm gleich in jeder gottesdienstlichen Feier, in der wir dieses Bekenntnis aussprechen. Auffallend ist, dass in diesem Glaubensbekenntnis über Gott, den Vater, und besonders über seinen Sohn Jesus Christus weitere Aussagen gemacht werden, die beide charakterisieren: der allmächtige Vater, der der Schöpfer Himmels und der Erde ist. Jesus wird beschrieben von seiner Empfängnis in Maria bis zu seiner Wiederkunft über Geburt, Tod und Auferstehung. Aber beim Heiligen Geist, dessen Fest wir heute feiern, fehlen solche Aussagen. Fehlen deshalb auch die äußeren Zeichen und Rituale, Symbole und Traditionen wie zu Weihnachten und Ostern? Und dabei steht doch schon am Anfang unseres Lebens in der Taufe die Zusage im Mittelpunkt: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

…ist auf vielfältige und eindrucksvolle Weise dargestellt, was die Lesung aus der Apostelgeschichte heute wiedergibt: Die Jüngerschar, zu der sich auch Maria gesellte, ist versammelt, um zu beratschlagen, wie es nach der Katastrophe des Todes Jesu weitergehen soll. Und die Künstler malen in bunten Farben, was der Verfasser der Apostelgeschichte beschreibt: Feuerzungen kommen auf die Versammelten nieder und aus Verängstigten werden Begeisterte, die erzählen, Jesu sei auferstanden. Und auf die Frage, wie das denn so plötzlich kam, sagt der biblische Schreiber Lukas: »Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.«

So fragen viele oder fragen sich auch nicht mehr. Das ist mir zu kompliziert, sagten mir Eltern bei der Vorbereitung auf die Taufe ihres Kindes. Reicht es nicht aus, wenn wir an Gott glauben und wir mehr oder weniger gut verstehen, wer Jesus ist?

Wir haben dann das heutige Evangelium hergenommen, es Vers für Vers gelesen und sind dabei ein wenig in die Schule Jesu gegangen und haben versucht, von ihm zu erfahren und zu lernen, wie das gemeint sein könnte: Ich glaube an den Heiligen Geist.

Empfangt den Heiligen Geist. Gleichsam wie bei einer großen Ouvertüre ist damit schon das ganze Thema entfaltet: Es geht um nichts und niemand anderes als um Gottes Geist. Nicht Ungeister und dämonische Mächte, Unheilsgeister und Gesinnungen des Hasses und der Rache, des Streites und der Vernichtung werden prophezeit und herbeigeschworen, keine esoterische, absonderliche Geisterwelt tut sich auf. Gottes Geist wird angerufen, in der Sprache der Bibel also Gott selber. Um ihn geht es, der der Gott der ganzen Welt und aller Menschen ist. Der, der schon auf der ersten Seite der Bibel bezeugt wird als der, aus dessen Hand und in dessen Hand alles ist, was lebt. Mit seinem Atem, mit seinem Lebenshauch, mit seinem Geist und Leben stattet Gott das von ihm ins Leben gerufene Geschöpf aus, das seither den Namen Mensch trägt. Nach der Erfahrung von Leiden und Tod, die die Jünger zutiefst getroffen hatte, werden sie daran erinnert: Gott selber tritt für euch ein. Er ist der, der sich so offenbart: Ich bin der ich-bin-da, mit euch und für euch, alle Tage. Nie seid ihr gott-verlassen und gott-los. So lange der Mensch lebt, atmet er und sein Lebensatem ist geschenktes Leben. Heiliger Geist meint: Gottes Leben lebt in mir. Mein Leben ist empfangenes und unverdient geschenktes Leben.

… fügt Jesus vor den eingeschüchterten und angsterfüllten, in sich und vor der Welt verschlossenen Jüngern hinzu: Friede sei mit euch. Er beschreibt damit nichts anderes und niemand anderen als Gott selber, der der Friede ist. Gottes Geist, seine Absicht für den Menschen und die Welt ist Friede, Versöhnung und Gerechtigkeit. Wer Gott ist und was er den Menschen sein will, ist zusammengefasst in diesem Wort: Friede sei mit euch. Die von Gott ausgehende, lebendige Kraft, seine Wirkmacht, sind nicht auf Zerstörung und Vernichtung aus, auf Trennung und Ausgrenzung, auf Verachtung und Unterdrückung, sondern vielmehr auf Heil und Heilung. Wenn wir von einem Menschen aufgrund seiner Verhaltensweisen und seiner Äußerungen sagen: Da sieht man, wes Geistes Kind er oder sie ist, dann meinen wir: Da sieht man, was diesen Menschen im Innersten ausmacht, ihn bestimmt, sein Handeln und seine Taten leitet, was er in seiner tiefsten Bestimmung ist. Wo Friede ist, ist Gott, weil Gott der Gott des Friedens, ja der Friede selber ist. Deshalb die Ankündigung bei der Geburt des menschgewordenen Gottes: Friede den Menschen auf der Erde. Gott, der Friede, kommt dorthin, wo Menschen schreien und sich sehnen nach Befreiung und Erlösung. Und deshalb diese Zusage, die angesichts des Todes Jesu notwendig wurde: Nicht Tod ist für euch bestimmt, sondern Leben und Friede.

… dass dies alles nicht aus dem Reich der Phantasie und der Spekulation, aus jenseitiger Geistesspähre stammt, verweist Jesus auf das, was seine bleibenden Erkennungsmerkmale und Identitätszeichen sind: seine von den Kreuzesnägeln durchbohrten Hände und seine von der Lanze des Soldaten durchbohrte Seite. Gottes Geist, der jetzt, hier und heute an den Menschen handelnde Gott, ist der Gott, der leidet mit den Leidenden, der verwundbar wurde und die Wunden der Verspottung und Verachtung ausgehalten hat, der auf der Seite all derer zu finden ist, die um ihrer Überzeugung willen verfolgt werden, die unschuldig vergewaltigt, gequält und getötet werden. Gott ist nicht unempfindlich gegenüber dem Leid und dem Leiden der Menschen. Mitleid ist Gottes Kennzeichen, nicht als gnädiges Von-oben-herab, sondern als ein mit den Menschen leiden, sich zu ihnen beugen, mit ihnen weinen und klagen. Das hat Jesus in den Begegnungen mit den Menschen gezeigt als der, der Gottes Liebe und seine persönliche Nähe gelebt hat und den Menschen daran Anteil schenkte. Seht meine Hände und meine Seite!

…vielmehr ist er eine lebendige und lebendig machende Anstiftung zum Leben: Wie mich der Vater gesendet hat; so sende ich euch. Im Plural gesprochen! Keine allein individuelle und individualistische Auszeichnung und Belohnung. Sondern Auftrag, Bestimmung für die damals noch kleine Jüngergemeinde, die bald bis an die Grenzen der zu ihrer Zeit bekannten Welt auszog, um allen aus diesem Geist den Gott zu bezeugen, der der Gott des Lebens ist. Er ist nicht nur da für ein einziges Volk, für eine auserwählte Nation, für eine bestimmte Sprache und Kultur, für eine andere ausgrenzende Konfession oder Religion. Er ist nicht katholisch oder evangelisch, er gehört nicht den Christen, den Juden oder dem Islam, er gehört nicht den Weißen oder den Schwarzen, sondern er ist der Gott all derer, über die er seinen Geist ausgießt und sie in einer neuen Gemeinschaft zusammenführt. Einer Gemeinschaft, in der Vergebung und Verzeihung leben.

Deshalb und damit wir es nicht vergessen, der heutige mit zwei freien Tagen gewürdigte Festtag mit seiner Bitte: Gott, sende uns deinen Geist. Und: Komm, Heiliger Geist, strahle Licht in unsere Welt. Denn ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein und gesund.